Schifferverein "Frohsinn" e. V. der nördlichen Gemeinden von Bremervörde


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Bereits im 19. Jahrhundert nahm die Oste- und Küstenschiffahrt in der hiesigen Region einen breiten Raum ein. Von entscheidender Bedeutung war sie insbesindere für den Torfabbau und den damit verbundenne Weitertransport auf dem Wasser mit Ewern, Torfkähnen und Küstenmottorschiffen. Viele Familien von den nördlichen Gemeinden verdienten zunehmend ihr Brot mit der Schiffahrt sei es als Schiffseigner oder aber als Seemann - in welcher Form auch immer - auf einem Schiff in der stetig wachsenden deutschen Schiffsflotte.
Das gesamte Jahr über war man in der großen weiten Welt unterwegs. Nur in der Winterzeit, in der die Schiffe durch notwendige Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten auflagen, konnte man eine gewisse Zeit zu Hause bei den Seinen verbringen.
Diese Zeit erlaubte es auch, mit anderen "Fahrensleuten" zusammenzukommen und sich über das erlebte des Jahres auszutauschen. Dies war schließlich auch der Hintergrund, nach dem Vorbild eines auf der anderen Seite der Oste in Gräpel bereits bestehenden Schiffervereins (Schifferverein "Freundschaft"), ebenfalls einen derartigen Verein ins Leben zu rufen. Am 30.01.1948 war es dann soweit. 40 Personen trafen sich im Gasthof Pülsch, Iselersheim, und gründeten einen Schifferverein für Bremervörde und die nördlichen Gemeinden. Erster Präsident wurde seinerzeit der Hauptinitiator der Vereinsgründung Johann Meyer.
Die Mitgliederzahl 1948 betrug 48. Sie wurde im laufe der Jahre bis in die heutige Zeit (2003) stetig bis auf 370 gesteigert. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich heute auf 8 € im Jahr.
In den Anfangsjahren konnten nur aktive Schiffer Mitglied im Verein werden. Dieses änderte sich zunehmend - vor allem zu Beginn der 80er Jahre. Aufgrund der schwindenden Zahl der aktiven Schiffer entschloss man sich, nun auch Mitglieder aufzunehmen, die nicht direkt mit der Seefahrt verbunden waren.
Höhepunkt eines jeden Jahres ist der schon traditionelle Schifferball. Dieses Ereignis - in den früheren Jahren als Wintervergnügen bezeichnet - hat seinen festen Platz am 3. Samstag im "Urlaubsmonat" der Schiffer, dem Januar. Hier treffen sich die Fahrensleute mit ihren Freunden, um bei ausgelassener Stimmungim Vereinslokal Pülsch kräftig das Tanzbein nach den Klängen der "Lamstedter Kapelle Popp" zu schwingen und ordentlich "Seemannsgarn zu spinnen". Dieser Brauch hat sich bis in die heutige Zeit gehalten, wobei das "Seemannsgarnspinnen" aufgrund der geringer gewordenen Anzahl von Seeleuten etwas weniger geworden ist. Dies hat der Stimmung jedoch keinen Abbruch getan, denn dem Vereinsnamen "Frohsinn" getreu wird auch heute noch in allen Lebenslagen verfahren. Weitere Aktivitäten des Schiffervereins "Frohsinn" sind Besuche bei den Schifferbällen der benachbarten Schiffervereine Gräpel und Hechthausen sowie der Wassersportvereine Drochtersen und Osten. Durch ständige Präsenz innerhalb der nördlichen Gemeinden von Bremervörde insbesondere in Iselersheim hat sich der Verein nach und nach einen gewissen Stellenwert im hiesigen gesellschaftlichen und kulturellen Leben geschaffen. Diesen gilt es, auch in Zukunft in dieser Form aufrechtzuerhalten.

Liste der Präsidenten:

1948 - 1951 Johann Meyer (Iselersheim)
1951 - 1954 Johann Franz Buck (Lindorf)
1954 - 1960 Martin Peters (Bremervörde)
1960 - 1966 Hinrich Buck (Iselersheim)
1966 - 1970 Hermann Meyer (Nieder-Ochtenhausen)
1970 - 1981 Hinrich Meyer (Iselersheim)
1981 - 1999 Werner Meyer (Hönau-Lindorf)
1999 - dato Gerd Schlobohm (Hönau-Lindorf)

Zusammensetzung des Vorstandes im Jahr 2003:

Präsident: Gerd Schlobohm
Stellv. Präsident: Heinz Träger
Schriftführer: Ortwin Haack
Kassenführer: Günter Schradick
Stellv. Schriftführer: Hermann Röttjer
Stellv. Kassenführerin: Christa Meyer
Obmänner:
Iselersheim: Ortwin Haack
Neuendamm/Klein Mehedorf: Wilfried Imbusch, Hans Steffens
Bremervörde: Heinrich Tiedemann, Günter Klindworth
Nieder-Ochtenhausen: Johann Schröder, Olaf Kück
Ostendorf: Klaus Badenhagen
Mehedorf: Heinz Wiesen
Hönau-Lindorf: Wolfgang Kock
Hesedorf: Uwe Teidemann
Hamburg: Georg Buck
Hemmoor: Herbert Meyer